Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 18

Gemini 8

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  16.03.1966
Startzeit:  16:41 UTC
Startort:  Cape Canaveral
Startrampe:  LC-19
Bahnhöhe:  156 - 265 km
Inklination:  28,91°
Landedatum:  17.03.1966
Landezeit:  03:22 UTC
Landeort:  25° 13,8' N, 136° 0' O

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Armstrong  Neil Alden  Command Pilot 1 10h 41m  6,5 
2  Scott  David Randolph  PLT 1 10h 41m  6,5 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Armstrong
2  Scott

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Conrad  Charles, Jr. "Pete"  Command Pilot
2  Gordon  Richard Francis, Jr. "Dick"  PLT

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Flugverlauf

Gemini 8 startete von Cape Canaveral. Die Wasserung erfolgte 800 km südöstlich von Okinawa im Pazifik.

Im Gegensatz zu den Mercury- und Apollo-Flügen, gab es bei Gemini keine Rettungsrakete, die beim Versagen der Titan-Rakete die Raumkapsel von der Startrakete weggerissen hätte. Die Titan-II-Rakete flog mit sogenannten hypergolen Treibstoffen, die im Falle des Versagens der Startrakete zwar zum Abbrennen, aber nicht zur Explosion neigen. Aus Gründen der Gewichtsersparnis wurden stattdessen in die Gemini-Raumschiffe Schleudersitze eingebaut. Das Verfahren wurde als "Ballute" bezeichnet. Bei einen erforderlich werdenden Ausstieg während der Startphase sollte sich das ballonähnliche Gebilde als erstes entfalten und den Flug des Astronauten stabilisieren, ehe der Fallschirm geöffnet wurde.

Diese Mission hatte zwei Hauptschwerpunkte. Zunächst sollte eine Ankopplung an den unbemannten Zielflugkörper GATV 8 (Agena) erfolgen und David Scott sollte eine EVA von etwa 2 Stunden durchführen. Die Ankopplung war bereits für Gemini 6 geplant. Damals im Oktober 1965 schlug jedoch der Satellitenstart fehl, weshalb dieses Docking auf Gemini 8 verschoben wurde. Die Mission Gemini 8 war wie alle weiteren Gemini-Flüge auf drei Tage ausgelegt. So konnten auch die Schwierigkeiten mit den offenbar noch nicht ausgereiften Brennstoffzellen umgangen werden.
Für die EVA waren zahlreiche neue Geräte entwickelt worden, die dem Astronauten die Arbeit außerhalb des Raumschiffs erleichtern sollten. So war das Lebenserhaltungssystem verbessert worden. Hinzu kam eine autonome Sauerstoffreserve von etwa 30 Minuten. Um von einer "Nabelschnur", die sich leicht verheddern kann, unabhängig zu sein, war ein vom Raumschiff unabhängiges Versorgungssystem entwickelt worden. Der EVA-Astronaut sollte einen kastenförmigen Rucksack mit einer Größe von 66 x 53,3 x 43,2 cm tragen. Der Rucksack war in der Gerätesektion angebracht und sollte dort von David Scott abgeholt werden. Verzichtet wurde auf den Einsatz einer Freiflugeinheit, da die Entwicklung noch nicht abgeschlossen war.

Am 16. März 1966 wurde der Zielsatellit mit einer Atlas-Agena-Rakete erfolgreich gestartet. Eine Erdumkreisung (ca. 100 Minuten) später folgte Gemini 8 mit den Astronauten Neil Armstrong und David Scott. Die Astronauten konnten die Agena aus 330 km Distanz per Radar und aus 140 km Distanz visuell orten, nachdem sie zunächst ihr Apogäum, dann ihr Perigäum und zuletzt ihre Bahnebene an die Umlaufbahn der Agena angepasst hatten. Nach etwa sechs Stunden Flug hatte das Raumschiff den Satelliten eingeholt, kurz darauf und nach einer Inspektion dockte Gemini 8 an. Als die Gemini-Nase den Zielsatelliten erreicht hatte, löste ein elektrischer Kontakt aus, der einen Elektromotor startete und die drei Halteklauen ausfuhr. Dies war die erste Kopplung zweier Raumfahrzeuge in der Erdumlaufbahn.

Die Triebwerke der Agena konnten dabei sowohl von der Bodenstation als auch vom Gemini-Raumschiff aus fernbedient werden, und es war geplant, die mechanische Belastung des Gespanns zu testen. Nach einer Änderung der Lage konnte jedoch die Gemini-Agena-Kombination nicht mehr stabilisiert werden, sie begann immer schneller zu rotieren. Die Astronauten vermuteten das Problem bei der Agena und lösten sich vom Satelliten, nachdem sie dessen Kontrolle wieder an die Bodenstation übergeben hatten. Ohne die Masse der Agena wurden die Bewegungen jedoch nur noch stärker und erreichten fast die Belastbarkeitsgrenze von Raumschiff und Astronauten - bei einer immer schneller werdenden Rotation war eine Bewusstlosigkeit der Besatzung nicht ausgeschlossen.

Bei einer Rotationsgeschwindigkeit von einer Umdrehung pro Sekunde versuchten Neil Armstrong und David Scott das Raumschiff wieder zu stabilisieren, was jedoch erst gelang, nachdem sie statt des Orbitallage-Regelungssystems das Wiedereintritt-Lageregelungssystem verwendeten. Kurz darauf konnte das Problem identifiziert werden: Eine Düse des Orbitallageregelungssystems hatte sich verklemmt und fortwährend gefeuert. Unglücklicherweise traten die Schlingerprobleme auf, als sich das Raumschiff im Funkschatten befand. Möglicherweise wäre die Mission wenigstens teilweise zu retten gewesen, wenn die Bodenkontrolle das Problem mit dem feuernden Triebwerk früher erkannt hätte.

Durch diese Manöver hatte Gemini 8 nun so viel Treibstoff verbraucht, dass an eine Fortsetzung der Mission nicht zu denken war. Bei der nächsten Gelegenheit wurde die Rückkehr zur Erde eingeleitet. Die geplante EVA von David Scott musste gestrichen werden. Dennoch, Neil Armstrongs kühles und reaktionsschnelles Handeln bewahrte die NASA vor einem Desaster.

Statt wie geplant im Atlantik zu wassern (dort war es Nacht), ging die Kapsel in den Pazifik nieder. Glücklicherweise wurde sie schnell gefunden und von Froschmännern gesichert. Aber erst 3 Stunden nach der Wasserung wurden die Astronauten vom Zerstörer USS Leonard F. Mason aufgenommen.

Fotos / Zeichnungen


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Letztes Update am 25. November 2014.