Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 35

Apollo 12

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  14.11.1969
Startzeit:  16:22 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-A
Bahnhöhe:  181 - 185 km
Inklination:  32,54°
Abkopplung CSM-LM:  19.11.1969, 04:16:02 UTC
Mondlandung:  19.11.1969, 06:54:35 UTC
Landepunkt:  3° 0' 44.60" S 23° 25' 17.65" W
Ankopplung CSM-LM:  20.11.1969, 17:58:20 UTC
Landedatum:  24.11.1969
Landezeit:  20:58 UTC
Landeort:  15° 78' S, 165° 15' W

Crew auf dem Weg zum Start

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Conrad  Charles, Jr. "Pete"  CDR 3 10d 04h 36m  1,5 
2  Gordon  Richard Francis, Jr. "Dick"  CMP 2 10d 04h 36m  1,5 
3  Bean  Alan LaVern  LMP 1 10d 04h 36m  1,5 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Conrad
2  Gordon
3  Bean

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Scott  David Randolph  CDR
2  Worden  Alfred Merrill  CMP
3  Irwin  James Benson "Jim"  LMP

Unterstützungs-Mannschaft

  Surname Given names
 Carr  Gerald Paul "Jerry"
 Weitz  Paul Joseph
 Gibson  Edward George

Flugverlauf

Apollo 12 begann seinen Weg zum Mond von Cape Canaveral (KSC). Die Wasserung des Raumschiffs erfolgte 735 km südöstlich der Pogo-Pogo-Inseln im Pazifik.

Apollo 12 startete am 14. November 1969 um 16:22 UTC, während eines Gewitters. Das Raumfahrzeug wurde während des Starts zweimal von Blitzschlägen getroffen. Die Einschläge 36,5 und 52 Sekunden nach dem Start wurden vermutlich durch einen elektrisch leitfähigen Kanal aus ionisiertem Gas hervorgerufen, dem Abgasstrahl der Rakete. Resultat war der zeitweise Ausfall der meisten elektrischen Systeme im Apollo-Raumschiff, die sich jedoch im Orbit problemlos reaktivieren ließen. Bis auf den Verlust von neun unwesentlichen Telemetriesensoren verlief der Start dennoch plangemäß. Nach einem Check-out konnte die S-IVB-Stufe für den dreieinhalbtägigen Flug zum Mond erfolgreich gezündet werden. Früher als geplant stiegen Charles Conrad und Alan Bean durch den Tunnel in die Mondfähre und untersuchten gewissenhaft, ob die Blitzschläge beim Start irgendwelche Schäden an Intrepid hinterlassen hatten.

Die Mission markierte das zweite bemannte Mondlandeunternehmen. Für Apollo 12 wurde ein Landeort bei 3 Grad 11 Minuten und 51 Sekunden südlicher Breite und 23 Grad 23 Minuten und 8 Sekunden westlicher Länge im Oceanus Procellarum festgelegt. Der Landeplatz wurde so gewählt, dass es möglich war, Experimentergebnisse von der am 20. April 1967 auf dem Mond gelandeten unbemannten Raumsonde Surveyor 3 abzuholen. Charles Conrad und Alan Bean landeten die Mondfähre am 19. November 1969 um 06:54 UTC nur 163 Meter entfernt von dieser Sonde. Charles Conrad konnte das Apollo-Raumschiff mit bloßem Auge erkennen, als es bei der nächsten Mondumkreisung über die Landestelle flog. Ebenso konnte Richard Gordon aus dem Mutterschiff bei der folgenden Umkreisung sowohl Surveyor 3 als auch Intrepid sichten. Die Entfernung betrug ca. 110 km.

Nach der Landung im Meer der Stürme erfolgten wissenschaftliche Arbeiten von Charles Conrad und Alan Bean auf dem Mond. Als Charles Conrad den Mond betrat, sagte er: „Whoopie! Man, that may have been a small one for Neil, but that's a long one for me.“ (etwa: „Hoppsa! Mensch, das war vielleicht ein kleiner für Neil, aber für mich ist das ein großer!“). Damit spielte er auf seine kleine Körperstatur an. Außerdem soll der Spruch Gegenstand einer Wette mit der italienischen Journalistin Oriana Fallaci gewesen sein. Charles Conrad hatte behauptet, dass die NASA den Astronauten keine Vorschriften mache, was beim Betreten des Mondes zu sagen sei, und so hatte er sich mit ihr auf diese Worte geeinigt. Die erste EVA erfolgte am 19. November 1969 (3h 56m) in der eine S-Band-Antenne, ein Sonnenwind-Experiment und die amerikanische Flagge aufgestellt wurden. Erstmals wurde auch eine Farb-TV-Kamera mitgeführt, die allerdings beim Aufstellen von Alan Bean direkt in die Sonne gerichtet wurde. Dies führte zur sofortigen Zerstörung der Bildaufnahmeröhre der Kamera und machte TV-Übertragungen vom Beginn der Mission an unmöglich.
Große Teile des ersten Mondaufenthaltes waren für den Aufbau der wissenschaftlichen Ex-perimente des Apollo Lunar Surface Experiment Package (ALSEP) vorgesehen. Die Geräte (Seismometer, Magnetometer, Ionen-Detektor, Solarwind-Experiment) waren in einer Ladebucht der Unterstufe der Mondlandefähre untergebracht und wurden mit Hilfe eines Seilzuges zur Oberfläche herabgelassen. Von dort aus transportierten die Astronauten die Geräte rund 130 Meter weit weg in nordwestliche Richtung. "Es ist schwierig, den Seismografen aufzubauen, denn es darf nicht so staubig sein. Wir sahen da einen Stein, aber das ist auch nicht ideal." Später berichteten die Astronauten: "Wir haben das Seismometer in eine Kratergrube gedrückt." Die Energieversorgung der ALSEP-Geräte gewährleistete ein thermoelektrischer Generator, der mit einen Plutonium 238-Stab als Brennstoff arbeitete. Dieser Stab musste aus einem Spezialbehälter herausgezogen und in den Generator eingebracht werden, um die Energieerzeugung anlaufen zu lassen. Diese Arbeit war nicht ganz ungefährlich, denn der Stab hatte eine Temperatur von fast 800 Grad und hätte bei Berührung schnell die Raumanzüge der Astronauten gefährlich beschädigen können. Zwar gelang es nicht sofort, den Stab aus dem Spezialbehalten zu ziehen, aber letztlich gelang es doch. Unmittelbar nach der Aktivierung von ALSEP liefen auf der Erde die ersten Daten ein.
Den Abschluss der ersten EVA bildeten geologische Untersuchungen. Alan Bean entnahm dem Boden eine Kernprobe, die bis in immerhin 40 cm Tiefe reichte. Danach wurden verschiedene Mondgesteine beschrieben, fotografiert und verstaut. Hierzu wurde die EVA um 30 Minuten verlängert.

Die zweite EVA erfolgte am 20. November 1969 (3h 49m) bei der Mondgestein und -material gesammelt wurde und fotografische Arbeiten erledigt wurden.
Der erste Weg ging zu den wissenschaftlichen Geräten, deren Anschlüsse nochmals überprüft wurden. Der Ionendetektor schien nicht einwandfrei zu arbeiten, wie die auf der Erde einlaufenden Daten andeuteten, entpuppte sich aber als völlig intakt.
Dann begann eine Phase intensiver geologischer Feldarbeit, die von den Wissenschaftlern auf der Erde per Sprechfunk unterstützt wurde. Die Kommunikation litt jedoch darunter, dass Charles Conrad und Alan Bean Probleme damit hatten, die geologischen Strukturen hinreichend klar zu deuten. So beschrieb Charles Conrad einmal die kristalline Struktur eines Felsens mit: "Grün wie eine Flasche ‚Ginger Ale'", und Alan Bean charakterisierte einen Stein mit "sieht fast aus wie Granit", um das sofort hinzuzufügen "Ich weiß natürlich, dass es das wahrscheinlich überhaupt nicht ist, aber es hat dieselbe Struktur."
Am Head-Krater trat Charles Conrad einen mittelgroßen Felsbrocken los und ließ ihn den Kraterwall hinunter rollen. Die dadurch ausgelösten kleinen seismischen Schwingungen wurden von der 70 Meter entfernten ALSEP-Station registriert.
Die nächsten Standorte waren der Bench und der Sharp-Krater, wo erneut eine Kernprobe entnommen wurde.
Die Astronauten führten dann einen Besuch der am 20. April 1967 im Meer der Stürme gelandeten, unbemannten Sonde Surveyor 3 durch, von der Teile abmontiert und wieder mit zur Erde genommen wurden. Bei der labortechnischen Untersuchung der Kamera der Surveyor-3-Sonde konnte der Mikrobiologe Frederick Mitchell feststellen, dass in der Isolierung der Kamera getrocknete Bakterien (Streptococcus mitus) mit zum Mond gereist waren. Man vermutet, dass sie von einem erkälteten Monteur der Sonde dort hinterlassen wurden. Die Bakterien konnten im Brutschrank wieder keimen und gelten als Hinweis für mögliche Überlebensfähigkeit im Weltraum.

Insgesamt wurden ca. 34,4 kg Mondgestein und anderes Material eingesammelt. Neben der nicht mehr benötigten Ausrüstung ließen die Astronauten versehentlich auch mehrere Magazine mit belichteten Filmen zurück, darunter alle Farbaufnahmen der zweiten EVA.

Nach 31,5 Stunden Aufenthalt auf dem Mond erfolgte der Rückstart zum Mutterschiff Yankee Clipper (mit Richard Gordon an Bord) in der Mondumlaufbahn. Mehrere Kurskorrekturen waren notwendig, bis Intrepid an Yankee Clipper ankoppeln konnte. Nach dem Umsteigen wurde die Mondfähre abgekoppelt und gezielt auf Kollisionskurs mit dem Mond gebracht. Intrepid schlug mit etwa 1,5 km/s Geschwindigkeit etwa 72 km entfernt vom Seismometer auf. Die Daten des folgenden Mondbebens wurden vom ALSEP direkt an die Erde gefunkt. Richard Gordon hatte während seiner Zeit allein im Mutterschiff Fotografien mit einer Multispektralkamera gemacht und dabei mögliche zukünftige Landeplätze beobachtet.

Nach der Wasserung wurden die Astronauten vom Bergungsschiff USS Hornet aufgenommen.

Fotos / Zeichnungen

Quelle: www.astronautix.com/

 
 

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Letztes Update am 30. Juni 2014.