Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 35

Apollo 12

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  14.11.1969
Startzeit:  16:22:00.68 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-A
Bahnhöhe Erde:  181 - 199 km
Bahnhöhe Mond:  111 - 314 km
Inklination Erde:  32,56°
Inklination Mond:  164,70°
Abkopplung CSM-LM:  19.11.1969, 04:16:02 UTC
Mondlandung:  19.11.1969, 06:54:35 UTC
Landepunkt:  3° 0' 44.60" S 23° 25' 17.65" W
Ankopplung CSM-LM:  20.11.1969, 17:58:20 UTC
Landedatum:  24.11.1969
Landezeit:  20:58:25 UTC
Landeort:  15° 78' S, 165° 15' W

Crew auf dem Weg zum Start

Crew Apollo 12
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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Conrad  Charles, Jr. "Pete"  CDR 3 10d 04h 36m 24s  1,5 
2  Gordon  Richard Francis, Jr. "Dick"  CMP 2 10d 04h 36m 24s  1,5 
3  Bean  Alan LaVern  LMP 1 10d 04h 36m 24s  1,5 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Conrad
2  Gordon
3  Bean

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Scott  David Randolph  CDR
2  Worden  Alfred Merrill  CMP
3  Irwin  James Benson "Jim"  LMP

Unterstützungs-Mannschaft

  Surname Given names
 Carr  Gerald Paul "Jerry"
 Weitz  Paul Joseph
 Gibson  Edward George

Flugverlauf

Apollo 12 begann seinen Weg zum Mond von Cape Canaveral (KSC). Die Wasserung des Raumschiffs erfolgte 735 km südöstlich der Pogo-Pogo-Inseln im Pazifik.

Das Command Module (CM) hatte einen Basisdurchmesser von 3,91 m und eine Höhe von 3,48 m. Die Masse der Kapsel unterschied sich je nach Mission geringfügig voneinander und betrug zwischen 5.569 kg und 5.840 kg.
Die Kommandokapsel bestand aus zwei ineinander verschachtelten Hüllen, der inneren Druckkabine und dem äußeren Hitzeschild. Die Bauteile wurden nach besonderen Verfahren verschweißt, um der Konstruktion eine möglichst hohe Stabilität bei gleichzeitiger Elastizität zu geben.
In der Mannschaftskabine befanden sich drei Liegesitze und alle wesentlichen Steuerungs- und Überwachungsanlagen. Die Liegesitze waren mit Stoßdämpfern versehen, um die Astronauten bei einer eventuellen Landung auf dem Erdboden vor Verletzungen zu bewahren.
Der Hitzeschild umgab die gesamte Kapsel, um bei der Abbremsung in der Erdatmosphäre von etwa 40.000 km/h auf wenige hundert km/h die auftretende Hitze von bis zu 3.000 Grad Celsius nicht in die Kabine eindringen zu lassen. Der Hitzeschild bestand aus rostfreiem Stahl und einem darüber befindlichen abschmelzbaren Kunststoff. An der Unterseite des CM war er besonders dick ausgeführt.
Die Isolierung des Innenraumes vor großer Hitze war durch die Luke, vier Fenster und zwei Öffnungen für astronomische Sextanten besonders schwierig. Der Hitzeschutzschild am oberen Teil des Konus, also im Bereich des Umstiegstunnels wurde kurz vor der Landung abgesprengt, um die Behälter für die Fallschirme freizugeben.
Die Anordnung der Instrumentengruppen zwischen Außenwand und Druckkabine gewährleistete einen zusätzlichen Strahlenschutz. Ebenso konnten Mikrometeoriten durch diese Konstruktion aufgehalten werden.
Der Schwerpunkt der Kapsel war von der Symmetrieachse versetzt, um beim Eintritt in die Erdatmosphäre den korrekten Anstellwinkel zu erreichen. Durch Drehen der Kapsel um die Längsachse konnte die Richtung des Auftriebsvektors während des Fluges durch die höheren Luftschichten geändert und damit der Landeplatz in Grenzen verändert werden.
Mit dem Lebenserhaltungssystem (LSS) wurde der Innenraum mit Sauerstoff, verträglichen Temperaturen sowie dem korrekten Luftdruck und Feuchtigkeit versorgt. Es wurde eine reine Sauerstoffatmosphäre mit einem Druck von 353 hPa verwendet.
Der Lebensmittelvorrat bestand aus bis zu 60 teils individuell zusammengestellten Menüs. Jeder Astronaut erhielt täglich eine Ration von 635 Gramm mit etwa 2.800 Kalorien. Diese bestanden zu 20 % aus Proteinen, 62 % Kohlehydraten und 18 % Fett.
Zur Hygiene dienten feuchte Tücher. Der Urin wurde über Bord gepumpt, während die festen Abfallstoffe gesammelt wurden.
Die Bordapotheke umfasste verschiedene Spritzen, Antibiotika und verschiedene Medikamente. Darunter befanden sich 72 Aspirin, 21 Schlaftabletten, Augentropfen, Nasenspray, Verbandsstoffe und Fieberthermometer.
In zwei Rucksäcken war ein Überlebenspaket für Landungen fernab der vorgesehenen Zielgebiete untergebracht. Sie enthielten Signallampen, Notsender, Batterien, Messer, Wasserflaschen, Sonnenbrillen, Sonnencreme, ein Schlauchboot, Markierungssysteme, Anker und Notrationen. Im Notfall wäre damit eine zweitägige Suche der Astronauten im geografischen Bereich von 40 Grad Süd bzw. Nord abgedeckt gewesen.
Das Steuerungs- und Navigationssystem bestand aus einem Trägheits-Kreiselsystem, das mit einem Sextanten, einem Teleskop und einem Fotometer zur Horizontsuche gekoppelt war. Damit konnten die Astronauten die Position des Raumschiffs, seine Geschwindigkeit und die Beschleunigungswerte feststellen. Der Bordrechner hatte zwar im Vergleich zu heutigen Rechnern nur das Niveau hochwertiger Taschenrechner, war aber zur Ermittlung der Flugbahn oder -lage und eventuell notwendiger Korrekturen ausreichend. Die Anlage zur Stabilisierung und Überwachung der Fluglage bestand aus zwei Fluglage-Messgeräten, vier Anzeigetafeln, vier Handsteuerungsknüppeln und fünf elektronischen Kontrollbaugruppen.
Zur Änderung der Fluglage dienten die Triebwerke des Reaction Control System (RCS). Durch die Aktivierung bestimmter Düsenpaare konnte das Raumschiff um alle drei Achsen gedreht werden.
Der Sprechfunkverkehr und die Digitaldaten wurden auf der Erde über einen S-Band Transponder empfangen, der auf einer Frequenz von 2.287,5 MHz arbeitete.
Die Stromversorgung wurde durch drei Brennstoffzellen gewährleistet, bei denen als Nebenprodukt Trinkwasser abfiel. Eine Brennstoffzelle lieferte zwischen 563 und maximal 2.295 Watt elektrische Leistung. Die Ausgangsspannung lag bei 29 Volt. Zur Versorgung des CM während der Landung standen drei chemische Batterien zur Verfügung.
Die Kommandokapsel und die Mondlandefähre waren durch einen Kopplungsmechanismus miteinander verbunden. Er bestand aus einem Kopplungstrichter an der Landefähre, in den ein Führungsstab eingeführt werden musste. Stoßdämpfer und Gelenke zum Ausgleich seitlicher Bewegungen sowie 12 Verschlussbolzen und verschiedene Dichtungen sorgten für eine sichere Verbindung. Nach Herstellen der sicheren Verbindung wurde das Führungselement aus dem Tunnel entfernt.
Kurz vor der Wasserung - etwa in 15 km Höhe - wurde der Kegel am spitzen Ende des CM abgesprengt, um die Fallschirme freizugeben. In 7.600 m Höhe wurden zuerst zwei Stabilisierungsfallschirme mit je 4 m Durchmesser ausgestoßen. Nach deren Abwurf wurden in 4.600 m Höhe drei Hilfsschirme von je 3 Meter Durchmesser freigesetzt, die die drei Hauptfallschirme mit je einem Durchmesser von 25,4 m herauszogen. Bereits mit zwei Hauptschirmen war eine sichere Landung möglich.

Das Service Module (SM) befand sich direkt hinter der Kommandokapsel und diente der Unterbringung wichtiger Systeme. Dazu gehörten die Lageregelungs-Triebwerke (RCS), das Haupttriebwerk (Service Propulsion System = SPS), die Treibstoffe (Hydrazin), die Druckgasförderung (Helium), das Lebenserhaltungs- und Energieversorgungssystem und der Wasservorrat.
Das Gehäuse hatte die Form eines Zylinders mit einem Durchmesser von 3,91 m bei einer Höhe von 3,94 m. Mit der SPS-Düse und dem oberen Radiator ergab sich eine Gesamthöhe von 7,49m. Die Masse betrug zwischen 8.949 kg (bei Apollo 7) und 24.514 kg (bei Apollo 16).
Das SM war aus einer Aluminiumlegierung gefertigt und in sechs Sektionen aufgeteilt, die um einen zentralen Helium-Druckgasbehälter angeordnet waren. Die Sektoren 2, 3, 5 und 6 enthielten Treibstoff und Oxidator für das Haupttriebwerk SPS. In Sektor 4 waren die Brennstoffzellen sowie der Sauerstoff- und Wasserstoffvorrat untergebracht. Sektor 1 war zunächst leer und wurde bei den Flügen Apollo 15, 16 und 17 als SIM-Bay (Scientific Instrument Module) genutzt und enthielt verschiedene wissenschaftliche Geräte zur Monderkundung. Die Verkleidung dieses Sektors wurde im Flugverlauf abgeworfen, so dass auf dem Rückflug zur Erde ein Astronaut per Außenbordeinsatz die dort befindlichen Filmkassetten bergen konnte.
Das RCS-Steuerungssystem bestand aus 16 Triebwerken mit je etwa 440 N Schub, die zu je vier unabhängigen Gruppen im Abstand von 90 Grad zusammengefasst waren. Jedes dieser Hydrazin-Triebwerke hatte eine Masse von 2,3 kg, einen Durchmesser von 14 cm und eine Länge von 35 cm.
Wichtiger war jedoch das SPS mit einer Länge von 2,6 m. Dieses Haupttriebwerk lieferte einen Vakuumschub von 98 kN und brannte bis zu 10,5 Minuten. Das SPS musste in hohem Grad zuverlässig sein, da nur mit diesem Triebwerk das Verlassen des Mondorbits möglich war. Der Schwenkmechanismus des SPS bestand aus Elektromotoren, Zahnrad-Getrieben und magnetischen Kupplungen.

Das Lunar Module (LM) war zweiteilig. Da das LM nur im Weltraum einsetzbar war, mussten auf aerodynamische Aspekte keine Rücksicht genommen werden. So entstand ein asymmetrisches, spinnenartiges Fluggerät. Es hatte eine Gesamthöhe von etwa 7 m und der Durchmesser des Hauptkörpers betrug 4,3 m. Während des Landevorganges bildeten die Descent Stage (DS), also die Landestufe, und die Ascent Stage (AS), die Startstufe, eine Einheit.
Die Landestufe, also der untere Teil der Mondlandefähre, beinhaltete die Pilotenkabine, die Steuereinrichtungen, das Aufstiegstriebwerk (APS), die RCS-Steuertriebwerke, das Landeradar sowie die Kopplungs- und Umstiegseinrichtung. An den vier Enden des kreuzförmigen Grundrisses waren die Landebeine montiert. Diese waren so konstruiert, dass sie während des Fluges zum Mond eingeklappt waren und erst vor Beginn des Landeanfluges in ihre Landeposition ausgeklappt wurden. Auf dem Bein vor der Ausstiegsluke war eine Plattform montiert, an die sich eine Leiter anschloss. Am Ende jedes Landebeines befanden sich Füße mit einem Durchmesser von 0,95 m. An deren unterem Endewaren Bodenfühler angebracht, die beim Berühren der Mondoberfläche das Landetriebwerk abschalteten.
In der Mitte des unteren Endes der Landestufe war das DPS-Landetriebwerk montiert. Die Treibstoffbehälter, das Landeradar und die Batterien waren kreisförmig um das Landetriebwerk angeordnet. Das Landetriebwerk war im Bereich von 4,7 bis 28 kN automatisch oder manuell regulierbar. Die kardanische Aufhängung erlaubte Schwenks von bis zu 6 Grad. Die maximale Brenndauer betrug etwa 910 Sekunden. Der Treibstoff war in vier Behältern von 1,8 Kubikmetern untergebracht.
In der MESA-Bucht (Modularized Equipment Storage Assembly) wurde die wissenschaftliche Ausrüstung und bei den späteren Mondlandungen das Lunar Rover Vehicle (LRV) untergebracht. In den anderen Buchten befanden sich die Tanks für Sauerstoff und Kühlwasser.
Zur Temperaturregulierung und zum Schutz vor Mikrometeoriten war die gesamte Landestufe mit einer goldfarbenen Schutzfolie eingehüllt.
Die Versorgung mit elektrischer Energie wurde durch Silber/Zink-Batterien gewährleistet. Sie hatten eine Kapazität von je 400 Ah und wogen jeweils etwa 57 kg.
Die Aufstiegsstufe AS war aus Aluminium und Titan gefertigt. Sie bestand aus drei Teilen: der Pilotenkabine, dem Mittelteil und dem Ausrüstungsraum. Die beiden erstgenannten Teile standen unter einem Druck von 353 hPa.
Die Pilotenkabine im vorderen Teil hatte einen zylindrischen Querschnitt von 2,35 m Durchmesser und 1 m Tiefe. Hier standen die Astronauten während der Landung und des Rückstarts angeschnallt vor den Instrumentenkonsolen. Darüber befanden sich zwei dreieckige Fenster. Im unteren Teil war die Ausstiegsluke angebracht. Über dem links stehenden Astronauten war im Dach ein weiteres Fenster eingelassen. Es wurde in erster Linie für das Rendezvous mit dem Mutterschiff genutzt. Unter den Konsolen befanden sich Behälter für Lebensmittel und Abfall.
Der hintere Teil der Druckkabine war etwa 2 m lang, 1,5 m hoch und hatte einen leicht elliptischen Querschnitt. Er diente den Astronauten als Schlaf- und Aufenthaltsraum. Für die Schlafperioden legten sie sich in Hängematten.
In der Decke des hinteren Teils befand sich der Umstiegstunnel mit 0,81 m Durchmesser und einer Länge von 0,40 m. Die zweiköpfige Besatzung der Mondlandefähre gelangte durch diesen Tunnel im Kopplungsstutzen der Fähre und der Apollo-Kapsel in das LM.
Das Lebenserhaltungssystem (LSS) war in der hinteren Wand der Pilotenkabine untergebracht und bestand aus vier Komponenten: dem Revitalisierungsgerät, dem Wärmeaustauscher, dem Sauerstoffkreislauf und dem Wasserkreislauf.
Das in den Boden eingelassene Aufstiegstriebwerk entwickelte einen konstanten Schub von 15,6 kN und war nicht regelbar. Der Treibstoff wurde in zwei Behältern von 1 Kubikmeter Rauminhalt gelagert und mit Heliumdruckgas gefördert. Für das Aufstiegstriebwerk gab es keinen Ersatz, so dass die Astronauten auf dessen fehlerfreiem Funktionieren angewiesen waren.
Zur Regulierung der Fluglage waren vier Vierergruppen von RCS-Triebwerken zuständig.
Der Sprechfunkverkehr mit der Erde wurde im S-Band abgewickelt. Die Verbindung mit dem im Mondorbit befindlichen CSM erfolgte im VHF-Bereich. Während des Aufenthaltes auf der Mondoberfläche fand die Kommunikation mit dem LM im UHF-Bereich statt. Insgesamt standen zwei S-Band und zwei VHF/UHF-Sende- und Empfangsanlagen zur Verfügung. Neben zwei S-Band Antennen, vier C-Band Antennen, 2 VHF-Antennen und 2 UHF/VHF-Antennen wurde ab Apollo 12 eine steuerbare 66 cm Parabolantenne genutzt.
Zur Stromversorgung waren in der Aufstiegsstufe zwei Batterien von je 296 Ah untergebracht. Davon hätte im Notfall eine für den Rückstart und das Rendezvous ausgereicht.

Das Apollo Lunar Surface Experiments Package (ALSEP) war ein Gerätekomplex zur Durchführung wissenschaftlicher Langzeitexperimente auf der Mondoberfläche. Die Zusammensetzung variierte bei den fünf Einsätzen.
Zur Grundausstattung bei allen Missionen gehörten folgende Bauteile:
Die Basisstation, das Herz der Anlage, übernahm die gesamte Kommunikation mit der Erde und verteilte Energie an die eigentlichen Geräte. Die Funkverbindung mit der Erde wurde über eine 58 cm lange modifizierte Helical-Antenne, die von den Astronauten manuell zur Erde ausgerichtet wurde, aufrechterhalten. Die bei einem Volumen von knapp 35 l etwa 25 kg schwere, durch Ziehen eines Bolzens auffaltbare Basisstation enthielt die entsprechenden Sender, Empfänger und die Datenaufbereitung.
Der Radioisotope Thermoelectric Generator (RTG) nutzte die Zerfallswärme von Plutonium 238, um etwa 70 Watt elektrischer Leistung für den Betrieb der Experimente zu erzeugen.
Die glühend heiße Kapsel mit den Plutonium-Pellets, der RTG-Behälter, musste von den Astronauten aus einem außen am LM befestigten Schutzbehälter in den Generator umgeladen werden. Der Behälter war dafür ausgelegt, eine Explosion am Startort oder einen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu überstehen, ohne Radioaktivität freizusetzen.
Die weiteren wissenschaftlichen Experimente waren:
Das Passive Seismic Experiment (PSE) war zur Detektion von Mondbeben, natürlichen wie künstlich ausgelösten, entworfen, um Erkenntnisse über den Tiefenaufbau des Mondes zu erhalten.
Das Solar Wind Spectrometer Experiment (SWS) bestimmte die Eigenschaften und Zusammensetzung des Sonnenwindes und dessen Einfluss auf die Mondumgebung.
Mit dem Suprathermal Ion Detector Experiment (SIDE) wurden verschiedene Eigenschaften positiver Ionen auf dem Mond gemessen. Ziel war, mögliche Interaktionen mit solarem Plasma und die elektrischen Eigenschaften der Mondoberfläche zu bestimmen.
Das Cold Cathode Ion Gauge (CCIG) war zur Bestimmung des extrem niedrigen Drucks der Mondatmosphäre gebaut. Es wurde seitlich mit Kabeln an das SIDE angehängt, da sein starkes Magnetfeld am ursprünglich vorgesehenen Ort im Inneren zu Störungen geführt hätte.
Das Lunar Surface Magnetometer (LSM) untersuchte das Magnetfeld des Mondes, um daraus insbesondere die elektrischen Eigenschaften des Untergrundes abzuleiten. Das Experiment erlaubte auch, das Zusammenwirken zwischen solarem Plasma und der Mondoberfläche besser zu verstehen.

Apollo 12 startete am 14. November 1969 um 16:22 UTC, während eines Gewitters. Das Raumfahrzeug wurde während des Starts zweimal von Blitzschlägen getroffen. Die Einschläge 36,5 und 52 Sekunden nach dem Start wurden vermutlich durch einen elektrisch leitfähigen Kanal aus ionisiertem Gas hervorgerufen, dem Abgasstrahl der Rakete. Resultat war der zeitweise Ausfall der meisten elektrischen Systeme im Apollo-Raumschiff, die sich jedoch im Orbit problemlos reaktivieren ließen. Bis auf den Verlust von neun unwesentlichen Telemetriesensoren verlief der Start dennoch plangemäß. Nach einem Check-out konnte die S-IVB-Stufe für den dreieinhalbtägigen Flug zum Mond erfolgreich gezündet werden. Früher als geplant stiegen Charles Conrad und Alan Bean durch den Tunnel in die Mondfähre und untersuchten gewissenhaft, ob die Blitzschläge beim Start irgendwelche Schäden an Intrepid hinterlassen hatten.

Die Mission markierte das zweite bemannte Mondlandeunternehmen. Für Apollo 12 wurde ein Landeort bei 3 Grad 11 Minuten und 51 Sekunden südlicher Breite und 23 Grad 23 Minuten und 8 Sekunden westlicher Länge im Oceanus Procellarum festgelegt. Der Landeplatz wurde so gewählt, dass es möglich war, Experimentergebnisse von der am 20. April 1967 auf dem Mond gelandeten unbemannten Raumsonde Surveyor 3 abzuholen. Charles Conrad und Alan Bean landeten die Mondfähre am 19. November 1969 um 06:54 UTC nur 163 Meter entfernt von dieser Sonde. Charles Conrad konnte das Apollo-Raumschiff mit bloßem Auge erkennen, als es bei der nächsten Mondumkreisung über die Landestelle flog. Ebenso konnte Richard Gordon aus dem Mutterschiff bei der folgenden Umkreisung sowohl Surveyor 3 als auch Intrepid sichten. Die Entfernung betrug ca. 110 km.

Nach der Landung im Meer der Stürme erfolgten wissenschaftliche Arbeiten von Charles Conrad und Alan Bean auf dem Mond. Als Charles Conrad den Mond betrat, sagte er: „Whoopie! Man, that may have been a small one for Neil, but that's a long one for me.“ (etwa: „Hoppsa! Mensch, das war vielleicht ein kleiner für Neil, aber für mich ist das ein großer!“). Damit spielte er auf seine kleine Körperstatur an. Außerdem soll der Spruch Gegenstand einer Wette mit der italienischen Journalistin Oriana Fallaci gewesen sein. Charles Conrad hatte behauptet, dass die NASA den Astronauten keine Vorschriften mache, was beim Betreten des Mondes zu sagen sei, und so hatte er sich mit ihr auf diese Worte geeinigt. Die erste EVA erfolgte am 19. November 1969 (3h 56m) in der eine S-Band-Antenne, ein Sonnenwind-Experiment und die amerikanische Flagge aufgestellt wurden. Erstmals wurde auch eine Farb-TV-Kamera mitgeführt, die allerdings beim Aufstellen von Alan Bean direkt in die Sonne gerichtet wurde. Dies führte zur sofortigen Zerstörung der Bildaufnahmeröhre der Kamera und machte TV-Übertragungen vom Beginn der Mission an unmöglich.
Große Teile des ersten Mondaufenthaltes waren für den Aufbau der wissenschaftlichen Experimente des Apollo Lunar Surface Experiment Package (ALSEP) vorgesehen. Die Geräte (Seismometer, Magnetometer, Ionen-Detektor, Solarwind-Experiment) waren in einer Ladebucht der Unterstufe der Mondlandefähre untergebracht und wurden mit Hilfe eines Seilzuges zur Oberfläche herabgelassen. Von dort aus transportierten die Astronauten die Geräte rund 130 Meter weit weg in nordwestliche Richtung. "Es ist schwierig, den Seismografen aufzubauen, denn es darf nicht so staubig sein. Wir sahen da einen Stein, aber das ist auch nicht ideal." Später berichteten die Astronauten: "Wir haben das Seismometer in eine Kratergrube gedrückt." Die Energieversorgung der ALSEP-Geräte gewährleistete ein thermoelektrischer Generator, der mit einen Plutonium 238-Stab als Brennstoff arbeitete. Dieser Stab musste aus einem Spezialbehälter herausgezogen und in den Generator eingebracht werden, um die Energieerzeugung anlaufen zu lassen. Diese Arbeit war nicht ganz ungefährlich, denn der Stab hatte eine Temperatur von fast 800 Grad und hätte bei Berührung schnell die Raumanzüge der Astronauten gefährlich beschädigen können. Zwar gelang es nicht sofort, den Stab aus dem Spezialbehalten zu ziehen, aber letztlich gelang es doch. Unmittelbar nach der Aktivierung von ALSEP liefen auf der Erde die ersten Daten ein.
Den Abschluss der ersten EVA bildeten geologische Untersuchungen. Alan Bean entnahm dem Boden eine Kernprobe, die bis in immerhin 40 cm Tiefe reichte. Danach wurden verschiedene Mondgesteine beschrieben, fotografiert und verstaut. Hierzu wurde die EVA um 30 Minuten verlängert.

Die zweite EVA erfolgte am 20. November 1969 (3h 49m) bei der Mondgestein und -material gesammelt wurde und fotografische Arbeiten erledigt wurden.
Der erste Weg ging zu den wissenschaftlichen Geräten, deren Anschlüsse nochmals überprüft wurden. Der Ionendetektor schien nicht einwandfrei zu arbeiten, wie die auf der Erde einlaufenden Daten andeuteten, entpuppte sich aber als völlig intakt.
Dann begann eine Phase intensiver geologischer Feldarbeit, die von den Wissenschaftlern auf der Erde per Sprechfunk unterstützt wurde. Die Kommunikation litt jedoch darunter, dass Charles Conrad und Alan Bean Probleme damit hatten, die geologischen Strukturen hinreichend klar zu deuten. So beschrieb Charles Conrad einmal die kristalline Struktur eines Felsens mit: "Grün wie eine Flasche ‚Ginger Ale'", und Alan Bean charakterisierte einen Stein mit "sieht fast aus wie Granit", um das sofort hinzuzufügen "Ich weiß natürlich, dass es das wahrscheinlich überhaupt nicht ist, aber es hat dieselbe Struktur."
Am Head-Krater trat Charles Conrad einen mittelgroßen Felsbrocken los und ließ ihn den Kraterwall hinunter rollen. Die dadurch ausgelösten kleinen seismischen Schwingungen wurden von der 70 Meter entfernten ALSEP-Station registriert.
Die nächsten Standorte waren der Bench und der Sharp-Krater, wo erneut eine Kernprobe entnommen wurde.
Die Astronauten führten dann einen Besuch der am 20. April 1967 im Meer der Stürme gelandeten, unbemannten Sonde Surveyor 3 durch, von der Teile abmontiert und wieder mit zur Erde genommen wurden. Bei der labortechnischen Untersuchung der Kamera der Surveyor-3-Sonde konnte der Mikrobiologe Frederick Mitchell feststellen, dass in der Isolierung der Kamera getrocknete Bakterien (Streptococcus mitus) mit zum Mond gereist waren. Man vermutet, dass sie von einem erkälteten Monteur der Sonde dort hinterlassen wurden. Die Bakterien konnten im Brutschrank wieder keimen und gelten als Hinweis für mögliche Überlebensfähigkeit im Weltraum.

Insgesamt wurden ca. 34,4 kg Mondgestein und anderes Material eingesammelt. Neben der nicht mehr benötigten Ausrüstung ließen die Astronauten versehentlich auch mehrere Magazine mit belichteten Filmen zurück, darunter alle Farbaufnahmen der zweiten EVA.

Nach 31,5 Stunden Aufenthalt auf dem Mond erfolgte der Rückstart zum Mutterschiff Yankee Clipper (mit Richard Gordon an Bord) in der Mondumlaufbahn. Mehrere Kurskorrekturen waren notwendig, bis Intrepid an Yankee Clipper ankoppeln konnte. Nach dem Umsteigen wurde die Mondfähre abgekoppelt und gezielt auf Kollisionskurs mit dem Mond gebracht. Intrepid schlug mit etwa 1,5 km/s Geschwindigkeit etwa 72 km entfernt vom Seismometer auf. Die Daten des folgenden Mondbebens wurden vom ALSEP direkt an die Erde gefunkt. Richard Gordon hatte während seiner Zeit allein im Mutterschiff Fotografien mit einer Multispektralkamera gemacht und dabei mögliche zukünftige Landeplätze beobachtet.

Nach der Wasserung wurden die Astronauten vom Bergungsschiff USS Hornet aufgenommen.

Fotos / Zeichnungen

Quelle: www.astronautix.com/

 
Apollo CSM
Lunar Module
Apollo 12 S-IVB
Apollo 12 Wegekarte
 

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Letztes Update am 09. Mai 2016.