Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 29

Apollo 9

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  03.03.1969
Startzeit:  16:00 UTC
Startort:  Cape Canaveral
Startrampe:  39-A
Bahnhöhe:  203 - 229 km
Inklination:  32,57°
Abkopplung CSM-LM:  07.03.1969, 12:39:36 UTC
Ankopplung CSM-LM:  07.03.1969, 19:02:26 UTC
Landedatum:  13.03.1969
Landezeit:  17:00 UTC
Landeort:  23° 12,5' N, 67° 56' W

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  McDivitt  James Alton  CDR 2 10d 01h 00m  151 
2  Scott  David Randolph  CMP 2 10d 01h 00m  151 
3  Schweickart  Russell Louis "Rusty"  LMP 1 10d 01h 00m  151 

Sitzverteilung der Besatzung

1  McDivitt
2  Scott
3  Schweickart

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Conrad  Charles, Jr. "Pete"  CDR
2  Gordon  Richard Francis, Jr. "Dick"  CMP
3  Bean  Alan LaVern  LMP

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Unterstützungs-Mannschaft

  Surname Given names
 Mitchell **  Edgar Dean "Ed"
 Haise *  Fred Wallace, Jr. "Pecky"
 Worden  Alfred Merrill
 Lousma  Jack Robert
 Roosa  Stuart Allen "Stu"
* ersetzt durch Lousma am 12. Juli 1968
** ersetzt durch Roosa am 13. November 1968

Flugverlauf

Apollo 9 begann seinen Weg in die Erdumlaufbahn von Cape Canaveral. Die Wasserung des Raumschiffs erfolgte in unmittelbarer Nähe der Bermuda-Inseln im Atlantik. Der Start war zunächst für den 23. Februar 1969 vorgesehen gewesen. Zunächst wegen technischer Schwierigkeiten in der Bodenkontrolle und dann wegen einer Erkältung der Astronauten wurde der Start aber auf Drängen der Ärzte auf den 03. März 1969 neu festgesetzt.

Diese und alle folgenden Apollo-Crews erhielten erstmals seit Gemini 3 wieder die Erlaubnis, den Raumschiffen Namen zu geben. Das Mondlandemodul wurde in diesem Fall "Spider" (Spinne) genannt und die Kommandokapsel "Gumdrop", weil es bei der Anlieferung auf dem KSC in blauem Zellophan eingehüllt war.

Bei Apollo 9 erfolgte der erste komplette Einsatz der Mondlandehardware im Erdorbit und es wurde der erste Erprobungsflug der Mondlandefähre in der Erdumlaufbahn (Abkopplung, Abstiegsmanöver, Ankopplung).

Die Mondlandefähre hatte eine Gesamthöhe von 6,40 m und einen Durchmesser von 4,30 m (9,50 m bei ausgefahrenen Landebeinen). Das System bestand aus zwei Stufen: der Abstiegsstufe (Descent Stage - DS) und der Aufstiegsstufe (Ascent Stage - AS), von denen jede mit einem eigenen Triebwerk ausgestattet war. Die Abstiegsstufe (DS für Descent Stage) war der untere Teil und enthielt neben dem Triebwerk die Tanks für Treibstoff, Sauerstoff, Wasser und Helium. Außen an der Struktur befanden sich die vier Landebeine und die Ausrüstung für die Außenbordmissionen. Die Landebeine gaben dem Vehikel ein spinnenartiges Aussehen, was ihm bei den Astronauten auch den Spitznamen Spider eintrug. Die Stufe war inklusive der Landebeine 3,24 m hoch. Die Aufstiegsstufe (AS für Ascent Stage) enthielt die Kabine für zwei Astronauten, die sich im vorderen Teil aufhielten, einen mittleren Abschnitt mit allen Bedienungselementen und dem Aufstiegstriebwerk und einem hinteren Teil, der die Elektronik beherbergte. Im vorderen Fußbereich, zwischen den Astronauten, befand sich eine annähernd quadratische Luke von etwa 82 cm Breite und Höhe, die nach der Landung zum Ausstieg genutzt wurde.
Die zweiköpfige Besatzung der Mondlandefähre gelangte durch einen Tunnel im Kopplungsstutzen der Fähre und der Apollo-Kapsel in das LM. Bei den Mondlandungen sollte sich das LM im Mondorbit vom Mutterschiff trennen und durch die Abstiegsstufe die eigentliche Mondlandung ausführen. Für den Rückstart von der Mondoberfläche musste der obere Aufstiegsteil mittels eines mit hundertprozentiger Sicherheit arbeitenden Triebwerks die Besatzung wieder in eine Mondumlaufbahn transportieren. Dort erfolgte die Kopplung mit dem Apollo-Mutterschiff und die beiden Astronauten konnten zurück in das CSM wechseln, ehe der Aufstiegsteil wieder abgetrennt wurde.

Vor einem bemannten Test in der Mondumlaufbahn während der Mission von Apollo 10 sollten das LM und insbesondere die Flugmanöver in der Erdumlaufbahn getestet werden.

Nach dem Erreichen der Erdumlaufbahn wurden alle Manöver durchgeführt, wie sie für die reale Mondlandung von Apollo 11 geplant waren. Zu diesem Zeitpunkt steckte die Mondlandefähre noch in der dritten Stufe der Saturn-Rakete. Die Spitze bildete die Einheit aus dem Apollo-Servicemodul und der Kommandokapsel (CSM). Das CSM löste sich von der Raketenstufe, wendete um 180 Grad und dockte mit der Nase an der Mondlandefähre (LM) an. Nun konnte sich der Verbund von der Raketenstufe entfernen. Drei Stunden nach dem Start war dieses Manöver beendet. In der Folgezeit wurde das Triebwerk des CSM mehrfach gezündet. Dies brachte das Gespann Apollo-LM in eine sichere Entfernung von der dritten Stufe der Saturn-Rakete und zugleich wurde die Stabilität der beiden Raumfahrzeuge in angekoppeltem Zustand getestet. Das Apogäum war damit von 357 km auf 709 km angehoben worden. Dies verbesserte die Kommunikationsmöglichkeiten und die Lichtverhältnisse wurden ebenfalls verbessert.

Am dritten Flugtag, dem 05. März 1969, stiegen zuerst Russell Schweickart, dann James McDivitt von der Apollo-Kommandokapsel in die Mondfähre um. Das war das erste Mal, dass Raumfahrer sich durch einen Tunnel von einem Raumfahrzeug in ein anderes bewegten. Russell Schweickart litt zu dieser Zeit unter der Raumkrankheit, so dass das Programm gekürzt werden musste. Allerdings gab es noch die erste Fernsehübertragung aus dem Innern der Landefähre. Schließlich wurde noch das Triebwerk der Landefähre getestet. Ohne die beiden Raumfahrzeuge zu trennen, lief das Triebwerk sechs Minuten lang. Nachdem die Systeme der Mondlandefähre wieder heruntergefahren waren, stiegen James McDivitt und Russell Schweickart zurück in das Apollo-Mutterschiff zu David Scott.

Eine EVA erfolgte am 06. März 1969 durch Russell Schweickart (1h 08m), der dabei den neuen Raumanzug der NASA ausprobierte. Dieser Anzug hatte sein eigenes Lebenserhaltungssystem, so dass Russell Schweickart nur mit einem 25-Fuß langen Nylonseil mit dem Raumschiff verbunden war, das sein Abdriften ins All verhinderte. Er öffnete die Tür des LM und stieg hinaus auf die Plattform oberhalb des eines Landebeines. In den dortigen Fußhalterungen konnte er sich für Foto- und Filmarbeiten fest verankern. Ursprünglich war geplant, dass er sich bis zur Luke der Kommandokapsel hätte hangeln sollen, um den Umstieg im freien Weltraum zu simulieren. Im Hinblick auf Russell Schweickarts Unwohlsein am Vortrag, wurde dieser Teil jedoch gestrichen und die EVA entsprechend gekürzt. David Scott hatte zwischenzeitlich die Luke des Apollo-Raumschiffs geöffnet und filmte ihn dabei in einer Stand-up EVA (1h 08m).

Am 07. März 1969 simulierten James McDivitt und Russell Schweickart mit dem Landemodul den Abstieg zum Mond. Zunächst wurde das Landemodul vom Raumschiff abgekoppelt. Durch Feuern der Steuerdüsen entfernten sich die beiden Raumschiffe auf 5,5 km. Dann begannen James McDivitt und Russell Schweickart einen geplanten Abstieg zum Mond durch Zünden des Antriebs des Landemoduls, der sie bis auf 183,5 km weg vom Mutterschiff brachte, zu simulieren. Nach der Abtrennung des Landemoduls kehrten sie mit Hilfe des Antriebs des Aufstiegsmoduls wieder zurück und nach 6,5 Stunden dockten sie wieder am Mutterschiff an. Das Aufstiegsmodul der Landefähre wurde ebenfalls abgeworfen. Das Triebwerk des Aufstiegsmoduls wurde nach dem Umstieg der Astronauten bis zum Verbrauch des Treibstoffs erneut gezündet und erreichte dadurch eine Umlaufbahn von 235 x 6965 km. Es verglühte erst am 23. Oktober 1981. Mit dem langen Brennen des Aufstiegstriebwerks war auch der Start von der Mondoberfläche relativ naturgetreu simuliert worden und der Generalprobe für die Mondlandung mit der nächsten Mission, Apollo 10, stand somit nichts mehr im Wege.

Zu den weiteren wissenschaftlichen Arbeiten gehörte u.a. das Fotografieren der Erdoberfläche. Ausgewählte Gebiete der Erdoberfläche wurden in vier verschiedenen Wellenlängen fotografiert. Die Wissenschaftler erhofften sich von diesen "Falschfarbenfotos" Aufschlüsse über Ernteerträge, Bodenschätze, Wasserstände und Schädlingsbefall. Abgerundet wurde das Flugprogramm durch medizinische Untersuchungen. Über Sensoren wurden die Herzfrequenz und die Körpertemperatur gemessen und übermittelt oder aufgezeichnet. Die Mission erwies sich als voller Erfolg, alle geplanten Arbeiten und Tests wurden erfolgreich ausgeführt.

Aufgrund schlechten Wetters im vorgesehenen Zielgebiet wurde die Mission um einen Erdumlauf verlängert und das Landegebiet 800 km nach Südosten verlegt. Für das Bremsmanöver wurde das CSM gegen die Flugrichtung gedreht und das SPS-Triebwerk des Apollo-Raumschiffs zündete. Danach wurde das CSM um 45 Grad gedreht und die Kommandokapsel wurde von der Gerätesektion getrennt. Die Crew wurde vom Flugzeugträger USS Guadalcanal geborgen.

Fotos / Zeichnungen

Quelle: www.astronautix.com/

 
EVA Schweickart
 

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Letztes Update am 25. November 2014.