Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 30

Apollo 10

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  18.05.1969
Startzeit:  16:49 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-B
Bahnhöhe Erde:  185 - 186 km
Bahnhöhe Mond:  111 - 315 km
Inklination Earth:  32,55°
Inklination Moon:  174,4°
Abkopplung CSM-LM:  22.05.1969, 19:00:57 UTC
Ankopplung CSM-LM:  23.05.1969, 03:11:02 UTC
Landedatum:  26.05.1969
Landezeit:  16:52 UTC
Landeort:  15° 2' S, 164° 39' W

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

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alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Stafford  Thomas Patten "Tom"  CDR 3 8d 00h 03m  1,5 
2  Young  John Watts  CMP 3 8d 00h 03m  1,5 
3  Cernan  Eugene Andrew "Gene"  LMP 2 8d 00h 03m  1,5 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Stafford
2  Young
3  Cernan

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Cooper  Leroy Gordon, Jr. "Gordo"  CDR
2  Eisele  Donn Fulton  CMP
3  Mitchell  Edgar Dean "Ed"  LMP

Unterstützungs-Mannschaft

  Surname Given names
 Irwin  James Benson "Jim"
 Duke  Charles Moss, Jr. "Chuck"
 Engle  Joe Henry
 Lousma  Jack Robert

Flugverlauf

Apollo 10 startete von Cape Canaveral (KSC). Die Wasserung erfolgte östlich der Samoa-Inseln im Pazifik.

Die Mission war die abschließende Generalprobe für die Mondlandung und zugleich die zweite bemannte Mondumkreisung, aber erstmals mit kompletter Hardware. Ihr Ziel war ein Testflug der Mondlandefähre unter realen Bedingungen in der Mondumlaufbahn, in dem Abstiegs-, Aufstiegs-, Rendezvous- und Andockmanöver geprobt wurden. Man erhoffte sich von dem Flug eine präzisere Ortsbestimmung der Landefähre sowie genaue Daten über die Flugbahn. Forschungssonden hatten gezeigt, dass das Gravitationsfeld des Mondes Unregelmäßigkeiten aufwies. Diese waren hervorgerufen durch Massenkonzentrationen direkt über der Mondoberfläche.
Technisch wäre Apollo 10 geeignet gewesen, die erste Mondlandung auszuführen. Allerdings hätte nur eine geringe Menge Mondgestein mitgebracht werden können und eine Mondforschungsstation war auch noch nicht einsatzbereit. So überwog der Gedanke an einen weiteren Test - zumal das Rennen um die erste Mondlandung in Anbetracht der sowjetischen Fehlschläge insbesondere mit der vorgesehenen Trägerrakete ohnehin als gewonnen betrachtet wurde.

Die Mondlandefähre hatte eine Gesamthöhe von 6,40 m und einen Durchmesser von 4,30 m (9,50 m bei ausgefahrenen Landebeinen). Das System bestand aus zwei Stufen: der Abstiegsstufe (Descent Stage - DS) und der Aufstiegsstufe (Ascent Stage - AS), von denen jede mit einem eigenen Triebwerk ausgestattet war. Die Abstiegsstufe (DS für Descent Stage) war der untere Teil und enthielt neben dem Triebwerk die Tanks für Treibstoff, Sauerstoff, Wasser und Helium. Außen an der Struktur befanden sich die vier Landebeine und die Ausrüstung für die Außenbordmissionen. Die Landebeine gaben dem Vehikel ein spinnenartiges Aussehen, was ihm bei den Astronauten auch den Spitznamen Spider eintrug. Die Stufe war inklusive der Landebeine 3,24 m hoch. Die Aufstiegsstufe (AS für Ascent Stage) enthielt die Kabine für zwei Astronauten, die sich im vorderen Teil aufhielten, einen mittleren Abschnitt mit allen Bedienungselementen und dem Aufstiegstriebwerk und einem hinteren Teil, der die Elektronik beherbergte. Im vorderen Fußbereich, zwischen den Astronauten, befand sich eine annähernd quadratische Luke von etwa 82 cm Breite und Höhe, die nach der Landung zum Ausstieg genutzt wurde.
Die zweiköpfige Besatzung der Mondlandefähre gelangte durch einen Tunnel im Kopplungsstutzen der Fähre und der Apollo-Kapsel in das LM. Bei den Mondlandungen sollte sich das LM im Mondorbit vom Mutterschiff trennen und durch die Abstiegsstufe die eigentliche Mondlandung ausführen. Für den Rückstart von der Mondoberfläche musste der obere Aufstiegsteil mittels eines mit hundertprozentiger Sicherheit arbeitenden Triebwerks die Besatzung wieder in eine Mondumlaufbahn transportieren. Dort erfolgte die Kopplung mit dem Apollo-Mutterschiff und die beiden Astronauten konnten zurück in das CSM wechseln, ehe der Aufstiegsteil wieder abgetrennt wurde.

Wie schon bei Apollo 8 wurde zuerst eine Erdumlaufbahn angesteuert. Nach zwei Erdumkreisungen wurde die dritte Stufe der Saturn-Rakete ein zweites Mal gezündet, um das Apollo-Raumschiff auf den Weg zum Mond zu bringen. 31 Minuten nach dem Einschuss zum Mond wurde die Verbindung des CSM mit dem LM eingeleitet. Dazu musste sich die Apollo-Kapsel von der dritten Stufe der Saturn lösen und sich dann um 180 Grad drehen, um mit der Nase der Apollo voran an das LM anzudocken. Eigentlich sollte sich das CSM nur 15 Meter von der Saturn entfernen, um dann das Kopplungsmanöver auszuführen. Tatsächlich betrug die Entfernung aber 45 Meter. Mit den Manövriertriebwerken der Apollo konnte der Abstand aber rasch verringert werden. Nachdem das LM aus der dritten Stufe herausgezogen worden war, entfernte sich das Gespann von der Saturn. Die nun nutzlose dritte Stufe wurde durch Ablassen des restlichen Treibstoffs in einen Sonnenorbit befördert.

Wie schon bei Apollo 8 musste der Einschuss in die Mondumlaufbahn - also das Bremsmanöver - auf der Rückseite des Mondes im Funkschatten durchgeführt werden. Nach einer knapp sechsminütigen Zündung des Apollo-Triebwerks befanden sich die Astronauten in einer Mondumlaufbahn von 110,4 x 310,4 Kilometern. Sechs Stunden nach dem Erreichen des Mondorbits wechselten Thomas Stafford und Eugene Cernan in die Mondlandefähre hinüber. Zunächst waren die Astronauten mit Reinigungsarbeiten beschäftigt, weil sich weißes Isoliermaterial gelöst hatte und im LM und dann auch im CSM schwebte.
Während des Umstiegs vor der geplanten Trennung der beiden Raumfahrzeuge bemerkte die Besatzung eine Verschiebung des Kopplungskragens von CSM und LM um 3,5 Grad. Ein noch größerer Winkel hätte möglicherweise ein Wiederandocken verhindert. Die Astronauten hätten dann nur über einen Außenbordeinsatz zurück in die Kommandokapsel wechseln können.

Es erfolgte die Abkopplung der Mondlandefähre Snoopy mit Thomas Stafford und Eugene Cernan auf der Rückseite des Mondes. Wenig später wurden die Landebeine der Mondlandefähre ausgefahren. Schließlich zündete Thomas Stafford den Antrieb der Landestufe des LM. Auf einer sogenannten Hohmann-Ellipse näherten sie sich der Mondoberfläche auf 15,243 km mit Hilfe des Antriebs der Landestufe des LM. Dieser Punkt war nicht zufällig ausgesucht worden, sondern es war der letzte Punkt bei einer Mondlandung an den die Besatzung über einen weiteren Abstieg zur Mondoberfläche oder einem Abbruch entscheiden konnte. Im Falle von Schwierigkeiten hätten die Astronauten mit Hilfe des Aufstiegstriebwerks problemlos die Kommandokapsel erreichen können. Umgekehrt hätte das CSM eine gestrandete Mondfähre noch bis zu dieser Höhe über Grund bergen können.

Bei der Rückkehr wurde die Landestufe abgesprengt, Die Rückkehr zu John Young im Kommando- und Servicemodul erfolgte mit Hilfe des Antriebes der Startstufe des LM nach rund achtstündiger Trennung. Während des Wiederaufstiegs begann die Mondfähre aber zu taumeln. Die Ursache für die Schlingerbewegung war eine falsche Schalterstellung der Steueranlage. Sie stand weiterhin auf Automatik, als die Landestufe abgeworfen wurde. Nach der Abtrennung versuchte das System ständig, den Kurs zu korrigieren. Thomas Stafford war gezwungen, die Computersteuerung abschalten und die korrekte Lage über die manuelle Steuerung wiederherstellen. Auch das Kommando zum Zünden des Haupttriebwerks im Aufstiegsmodul gelang nicht auf Anhieb. Hingegen gelangen das Rendezvous mit dem CSM und das Andocken einwandfrei. Nach dem Umsteigen der Astronauten wurde das Aufstiegstriebwerk erneut gezündet und die Aufstiegsstufe in eine Sonnenumlaufbahn gebracht, in der sie sich bis heute befindet, während die Abstiegsstufe zunächst im Mondorbit blieb und später an einem unbekannten Ort abstürzte.

31 Mondumkreisungen und 19 Fernseh-Live-Übertragungen (erstmals in Farbe) wurden während dieser Mission durchgeführt.

Die Wasserung erfolgte 5,4 Kilometer vom Bergungsschiff entfernt. Beim Wiedereintritt am 26. Mai 1969 erreichte die Landekapsel eine Geschwindigkeit von 39.897 km/h. Dies ist nach wie vor die höchste Geschwindigkeit, die von Menschen je erreicht wurde. Die Bergung erfolgte durch den Flugzeugträger USS Princeton.

Fotos / Zeichnungen

Quelle: www.astronautix.com/

 

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Letztes Update am 25. November 2014.